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Sammeln, Bewahren und Erschließen
„wer im Archiv arbeitet, ertappt sich oft dabei, wie er [sie] diese Reise mit den Begriffen des Tauchgangs,
des Eintauchens oder gar des Ertrinkens schildert … man begegnet dem Meer.“
Arlette Farge
Wie kommt die Literatur ins Literaturarchiv?
Literatur kommt auf verschiedenen Wegen ins Archiv. Autor*innen übergeben ihre analogen bzw. digitalen Materialien bereits zu Lebzeiten als Vorlässe. Nach ihrem Tod können Rechtenachfolger*innen diese als Nachlässe einbringen. Das Literaturarchiv sammelt auch Archive von Institutionen wie Verlagen oder Zeitschriftenredaktionen. Bestände gelangen als Schenkungen oder als Ankäufe ans Archiv, einzelne Objekte werden auf Auktionen erworben. Sammelrichtlinien definieren, welche Bestände aufgenommen werden können.
In diesem Gedicht reflektiert Ernst Jandl, der „well-known writer / mid-sixties“, ironisch das Verhältnis des Autors zu seinem Vorlass. Zu sehen sind die mit Korrekturen versehene Druckfahne des 1996 im Band „Peter und die Kuh“ veröffentlichten Gedichts.
In diesem Gedicht reflektiert Ernst Jandl, der „well-known writer / mid-sixties“, ironisch das Verhältnis des Autors zu seinem Vorlass. Zu sehen sind die mit Korrekturen versehene Druckfahne des 1996 im Band „Peter und die Kuh“ veröffentlichten Gedichts.
Nach der Begutachtung und Erwerbung werden die Materialien ins Literaturarchiv gebracht. Zum Schutz werden die Materialien bei Bedarf für den Transport in Seidenpapier eingewickelt und im Archiv restauratorisch erstversorgt.
Nach der Begutachtung und Erwerbung werden die Materialien ins Literaturarchiv gebracht. Zum Schutz werden die Materialien bei Bedarf für den Transport in Seidenpapier eingewickelt und im Archiv restauratorisch erstversorgt.
Was passiert mit den Materialien im Literaturarchiv?
Nach der Übernahme und der formalen Erfassung des Bestands, der sogenannten Akzessionierung, beginnt die Bearbeitung. Die Materialien werden ausgepackt, gesichtet und gereinigt. Büroklammern und andere Gegenstände, die das Archivgut beschädigen könnten, werden entfernt. Sonderformate wie dreidimensionale Objekte, Fotos oder audiovisuelle Medien werden separat aufbewahrt. Nach dem Regelwerk werden die Vorlässe, Nachlässe und Sammlungen in vier Hauptkategorien geordnet: Werke, Korrespondenzen, Lebensdokumente und Sammelstücke. Die Materialien werden in säurefreie Umschläge, Mappen und Archivboxen abgelegt und erhalten eine Signatur.
Wichtige Utensilien bei der Bearbeitung: Bleistift, Radiergummi und Entklammerer, säurefreie Kuverts und Mappen und das Regelwerk „RNAB“. Sie kommen hier bei der Bearbeitung von Briefen an die Wiener Schriftstellerin und Volksbildnerin Emmy Klein-Synek zum Einsatz.
Wichtige Utensilien bei der Bearbeitung: Bleistift, Radiergummi und Entklammerer, säurefreie Kuverts und Mappen und das Regelwerk „RNAB“. Sie kommen hier bei der Bearbeitung von Briefen an die Wiener Schriftstellerin und Volksbildnerin Emmy Klein-Synek zum Einsatz.
Die säurefreien Kuverts, Papierumschläge und Mappen werden mit Bleistift beschriftet. Zur eindeutigen Auffindbarkeit werden der Bestand, die Akzessionsnummer, die Signatur sowie Angaben zum Inhalt vermerkt.
Die säurefreien Kuverts, Papierumschläge und Mappen werden mit Bleistift beschriftet. Zur eindeutigen Auffindbarkeit werden der Bestand, die Akzessionsnummer, die Signatur sowie Angaben zum Inhalt vermerkt.
Wie findet man die Materialien im Archiv?
Nach der Bearbeitung des Bestands entsteht eine systematische Inhaltssübersicht. Sie bildet die Struktur des Bestands ab und entspricht der Ordnung der physischen Materialien in den Archivboxen. Zur einfachen Auffindbarkeit im Depot werden die Boxen nach dieser Ordnung mit Etiketten beschriftet. Die Inhaltsübersicht wird auf der Website des Literaturarchivs veröffentlicht. So können alle Interessierten auf einen Blick sehen, welche Materialien im Bestand vorhanden sind.
Archivbox, Inhaltsübersicht und zwei eindrucksvolle Manuskriptseiten von „Der ferne Klang“ (1979) aus dem Nachlass von Gert Jonke. Das Etikett auf der Box stimmt mit der Inhaltsübersicht überein und ermöglicht die Zuordnung im Depot.
Ausschnitt der Inhaltsübersicht zum Nachlass von Gert Jonke. Sie ist auf der Website des Literaturarchivs veröffentlicht und für alle Interessierten zugänglich.
Ausschnitt der Inhaltsübersicht zum Nachlass von Gert Jonke. Sie ist auf der Website des Literaturarchivs veröffentlicht und für alle Interessierten zugänglich.
Wie kommen die Materialien in den Bibliothekskatalog?
Nach Erstellung der Inhaltsübersicht wird der Bestand im Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek erfasst. Die einzelnen Werke, Korrespondenzen, Lebensdokumente und Sammelstücke werden katalogisiert und mit wichtigen Angaben wie der Signatur beschrieben. Die Materialien erhalten einen Barcode zur eindeutigen Identifikation. So können sie im Katalog recherchiert und für die Benützung im Lesesaal bestellt werden.
Wie können Materialien benutzt werden?
Über direkte Anfragen oder den Bibliothekskatalog können Benutzer*innen die gewünschten Materialien bestellen. Diese werden innerhalb eines Tages im Lesesaal des Literaturarchivs bereitgestellt. Dort können sie zu den Öffnungszeiten mit einer gültigen Benützungskarte und unter Einhaltung der Benutzungsordnung eingesehen und für wissenschaftliche, künstlerische oder persönliche Recherchen genutzt werden. Nach der Benutzung werden die Materialien wieder sicher im Depot verwahrt.
Historischer Lesesaal des Literaturarchivs in der Gottfried-von-Einem-Stiege unter der Michaelerkuppel in der Wiener Hofburg.
Historischer Lesesaal des Literaturarchivs in der Gottfried-von-Einem-Stiege unter der Michaelerkuppel in der Wiener Hofburg.
Bereitstellung des von der Autorin bearbeiteten Computerausdrucks zum Roman „Fallen lassen“ (2006) von Brigitte Schwaiger im Lesesaal. Eine große Auswahl an Primär- und Sekundärliteratur zu den Vor- und Nachlässer*innen steht dort in einer Präsenzbibliothek zur Verfügung.
Bereitstellung des von der Autorin bearbeiteten Computerausdrucks zum Roman „Fallen lassen“ (2006) von Brigitte Schwaiger im Lesesaal. Eine große Auswahl an Primär- und Sekundärliteratur zu den Vor- und Nachlässer*innen steht dort in einer Präsenzbibliothek zur Verfügung.